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Presseschau
21. März 2006: Norddeutsche Neueste Nachrichten
Superstars der Kunstszene
Verhüllungskünstler Christo und Jeanne-Claude eröffnen Ausstellung in Rostock selbst
Von Thomas Niebuhr
Nicht erst seit der Verhüllung des Reichstages in Berlin und dem spektakulären "Tor-Projekt" im New York Central-Park sind Christo und Jeanne-Claude das wohl bekannteste Künstlerpaar der Welt. Ab Juli stellen sie in der Rostocker Kunsthalle aus und kommen höchstpersönlich zur Eröffnung.
"Enorm. Eine Riesenkiste." Damit rechnete Ulrich Ptak nun überhaupt nicht, als er Kontakt zum Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude aufnahm. Etwas von der Begeisterung, die "The Gates" in New York auslösten, wollte er nach Rostock holen. Eine kleine Schau zu diesem weltweit beachteten Projekt hatte sich der stellvertretende Leiter der Rostocker Kunsthalle vorgestellt. Seit mehr als einem Jahr kommuniziert er mit den beiden. Und nun kommen diese absoluten Superstars persönlich an die Ostsee und eröffnen ihre Ausstellung.
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Ein Vertreter des Künstlerpaars aus dem Baseler "Main Storage" hat sich inzwischen die Kunsthalle angesehen und für gut befunden. "Wir haben das Potenzial", betont Ptak. Natürlich geht er davon aus, dass die Anwesenheit von Christo und Jeanne-Claude der Hansestadt, der Kunsthalle überregionales Interesse bescheren wird. Ihm sind aber angesichts der Diskussionen um die Zukunft des Hauses die Rostocker wichtig. ie sollen sich wieder stärker mit der Kunsthalle identifizieren, sie als wichtigen Teil der städtischen Kulturszene anerkennen.
19. Juni 2006: Ostsee Zeitung
Verhüllung – das ist sehr lange her
"Verhüllungskünstler" – das Wort hört Jeanne-Claude nicht gern. Weil es Teil eines verbreiteten Vorurteils ist. Im OZ-Interview gibt sie Ausblicke auf die bevorstehende Rostocker Schau mit ihrem Partner Christo.
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OZ: In Ihren Projekten verändern Sie vorübergehend Umgebungen, Landschaften. Meist geht es dabei nicht nur um natürliche, sondern auch um soziale Umgebungen. Menschen geraten in Diskussionen.
Jeanne-Claude: Aber wir verändern die Umgebung nicht. Die Umgebung ist schon da, und sie bleibt dieselbe, wir benutzen sie nur für 14 Tage. Wir verändern nichts, weder die Brücke, noch den Reichstag, und auch nicht das Tal – nicht einen Stein.
OZ: Aber Sie verändern den Blick, den die Menschen auf die Objekte haben.
Jeanne-Claude: Ja, das ist sicher wahr.
OZ: Und welches Ziel verfolgen Sie, wenn Sie den Blick der Menschen auf bestimmte Dinge verändern?
Jeanne-Claude: Wir haben so ein Ziel nicht. Unser Ziel ist, ein Werk der Kunst, der Freude und der Schönheit zu schaffen. Manchmal in einer Stadt ein urbanes Projekt, manchmal in der Landschaft eine ländliche Ansicht. Aber wir ändern nichts.
OZ: Man könnte aber denken, weil viele Menschen vor der Realisierung der Projekte sich damit beschäftigen, über Ihre Projekte diskutieren und streiten, Anhänger und Befürworter – dass Sie in dieser Hinsicht die soziale Umgebung verändern.
Jeanne-Claude: Vielleicht haben sich die Menschen dann verändert. Das stimmt. Aber das ist nicht unser Ziel. Wir schaffen diese Werke der Kunst, der Freude und Schönheit für uns selbst. Wie es jeder Künstler tut. Wenn anschließend jemandem ein Werk gefällt, dann ist das nur ein Bonus.
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Interview: Dietrich Pätzold
13. Juli 2006: Norddeutsche Neueste Nachrichten
150.000 Briefe für Christo
Briefe der Rostocker Stadtverwaltung werden jetzt mit einem Stempel versehen, der für die Ausstellung der Künstler Christo und Jeanne-Claude in der Rostocker Kunsthalle wirbt. Der Schriftzug der beiden Künstler ersetzt bis zum Ende der Ausstellung am 8. Oktober die ansonsten übliche Abbildung des Logos der Hansestadt Rostock. Voraussichtlich 150.000 Postsendungen werden verschickt. …
14. Juli 2006: Ostsee Zeitung
Zwischen verpackter Brücke und überdachtem Fluss
Von Jan-Peter Schröder
Der weitaus größere Teil der Kunsthalle erzählt von einem anderen spektakulären Projekt, das schon vor über 20 Jahren Schlagzeilen machte: der verhüllte Pont Neuf, Projekt für Paris (1975-1985)."Ein Werk der Freude und Schönheit", erinnert sich Jeanne-Claude, "Ende Oktober 1985 waren das 14 glückliche Tage, an denen wir nicht geschlafen haben." … Großformatige Farbfotografien von Wolfgang Volz, dem Exklusiv-Fotografen der Künstler, vermitteln lebhafte Eindrücke von den schwierigen Verhüllungsarbeiten und von der Faszination des fertig verschnürten Bauwerks. Dazu gibt es frühe Skizzen, Originalzeichnungen und reizvolle Collagen, technische Artefakte wie Stadtpläne, Grundrisse, Querschnitte und Konstruktionszeichnungen. … "Anders als in anderen Kunstausstellungen kann all das angefasst werden", versichert Jeanne-Claude. …
16.7.2006: ZEIT.de
Christo und Jeanne-Claude eröffnen Ausstellung in Rostock
Christo und Jeanne-Claude zeigten in Rostock erstmals aktuelle Entwürfe zu ihrem neuesten Projekt "Over the River".
Rostock (dpa) – Die Verhüllungskünstler Christo und Jeanne-Claude haben am Samstagabend eine Ausstellung ihrer Arbeiten in Rostock eröffnet. In der Kunsthalle der Hansestadt werden bis zum 8. Oktober rund 250 Bilder und Objekte zur Verpackung der Pariser Brücke Pont Neuf 1985 gezeigt.
Außerdem sind etwa 30 Skizzen ihres neuesten Projektes zu sehen – der Bedeckung des Flusses Arkansas im US-Bundesstaat Colorado. Das Vorhaben soll frühestens im Sommer 2010 realisiert werden. Gäste der Vernissage waren unter anderem Altbundespräsident Walter Scheel und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD).
Am Mittag hatte das Künstlerpaar über den Stand seines Fluss-Projektes "Over the River" informiert. Demnach dauern die Verhandlungen über die Genehmigung noch an. Den zuständigen Behörden werde derzeit demonstriert, welche Methoden bei der Aktion eingesetzt werden sollen.
Christo und Jeanne-Claude planen, mit 950 Stoffballen den Fluss auf 11,4 Kilometern Länge zu verhüllen. …
17. Juli 2006: Tagesspiegel online
Rostocker Kunsthalle brilliert mit Christo und Jeanne-Claude
Unter dem Titel "The Pont Neuf, Wrapped" zeigt die Rostocker Kunsthalle eine umfangreiche Schau zum Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude. Auch die zukünftige Verhüllung des Arkansas-Rivers wird thematisiert.
Rostock – "Wir sind zufrieden mit der Exposition und der Darstellung unserer Werke im Rostocker "Kunsthaus", sagte Christo vor der Eröffnung. Seit der Verhüllung des Reichstages 1995 in Berlin sei das Interesse in Deutschland an ihren gemeinsamen Kunstwerken riesengroß. Die Rostocker Schau war nach den Plänen der Räumlichkeiten akribisch in New York vorbereitet worden. …
Die Ausstellung in der Rostocker Kunsthalle am Schwanenteich, die bis zum 8. Oktober läuft, besticht durch viele Details, darunter auch Planen, Seile und Winden, die in Paris benötigt wurden. Eine Verhüllung von Objekten in Rostock hat das Künstlerpaar aber nicht im Visier.
Vor der Ausstellungseröffnung hielten Christo und Jeanne-Claude bereits Vorträge an der Universität und der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Das Sommerwetter nutzten sie auch für einen Strandspaziergang an der Ostsee in Warnemünde. (tso/ddp)
17. Juli 2006: Ostsee Zeitung
Zwei Amerikaner in Rostock
Ausstellung von Christo und Jeanne-Claude in der Kunsthalle eröffnet
Von Matthias Schümann
… Mehrere hundert Menschen drängten sich in der Kunsthalle, die komplett mit den Arbeiten des Künstlerpaares ausgefüllt ist. Zu sehen sind zwar nicht die "eigentlichen Kunstwerke" im traditionellen Sinn, aber die Freunde von Christo und Jeanne-Claude wissen, worauf sie sich einlassen: Ausgestellt wird der Rückblick auf eine frühere Aktion ("Pont Neuf", Paris 1985) und die Vorausschau auf eine kommende ("Over The River" in Colorado, USA). Die Aktion selbst ist nur als Abglanz des Ereignisses, als Fotografie vorhanden. So bleibt es, minutiös die Vorbereitungen aufzuzeigen.
Und es ist offenbar eindrucksvoll genug. Unglaublich, wie viele Einzelteile für jede Aktion zueinander kommen müssen, sagt ein sichtlich angetaner Oberbürgermeister Roland Methling nach dem Rundgang. …
17. Juli 2006: Norddeutsche Neueste Nachrichten
Die Sicht auf die Welt verändert
Von Wolfgang Grahl
Zur Stirnseite des Plastiksaals der Kunsthalle gewandt, das große Modell der traditionsreichen Pariser Brücke Pont Neuf, die 1985 nach dem Plan von Christo und Jeanne-Claude verhüllt wurde. Zehn Jahre währte die Vorbereitungszeit, bis das Vorhaben mit dem Verhüllungsgewebe aus Polyamid wahr wurde. Christo und Jeanne-Claude stehen in der Kunsthalle zur Vernissage ihre großen Ausstellung davor und erklären viele Details; alles ist noch allgegenwärtig, auch wenn es schon über 20 Jahre zurückliegt.
Kunst, die vergänglich ist und dennoch bleibt; Kunst, die Dinge benutzt und in eine andere, neue Dimension führt. Eine Brücke wird zur Riesenplastik, der Reichstag zum Symbol, und der Fluss Arkansas soll ein Wesen wie aus der Welt von Jules Verne werden: Natur als Kunstmärchen der Gegenwart.
Sie im schlichten schwarzen Kleid mit schwarzen Söckchen, er mit einem einfachen schwarzen Leinenanzug und weißem Hemd, so kommt das wohl populärste Künstlerpaar der Welt auf die Bühne vor dem Museum für zeitgenössische Kunst entschlossen zugeschritten. Applaus brandet auf. Begrüßung durch Altbundespräsident Walter Scheel und seine Frau Barbara Wiese, durch Ministerpräsident Harald Ringstorff und seine Frau Dagmar Dark, durch Oberbürgermeister Roland Methling und Bürgerschaftspräsidentin Liesel Eschenburg. "Ihre künstlerischen Projekte werden in aller Welt von den Menschen angenommen. Sie haben damit die Sicht auf die Welt verändert", würdigt Methling. Christo und Jeanne-Claude "machen Mut, Großes und Ungewöhnliches zu wagen".
Als "großes Ereignis für die Kunstfreunde in Mecklenburg-Vorpommern und im ganzen Norden" wertet Ringstorff die Exposition; sie werde die Kunsthalle Rostock "weiter ins Blickfeld Kulturschaffender und Kulturinteressierter aus nah und fern rücken". …
18. Juli 2006: Norddeutsche Neueste Nachrichten
Wie Walter Scheel zu Christo und Jeanne-Claude kam
Wolfgang Grahl
Als einen "guten alten Freund – seit vielen Jahren" begrüßte Christo vor Hunderten Eröffnungsgästen am vergangenen Wochenende einen Mann, der langsamen Schritts daherkam, vor der Kunsthalle Rostock. Einen Mann, den wohl jeder kennt: Walter Scheel. Der FDP-Politiker war von 1974 bis 1979 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, und viele DDR-Bürger lernten den populären Mann auf ganz andere Weise kennen. Als Volksliedsänger von "Hoch auf dem gelben Wagen" hatte er sich – außerhalb der Politik – einen Namen bei Jung und Alt in Ost und West gemacht.
Jetzt aber ging es um Christo und Jeanne-Claude, die nach Rostock zur ihrer Ausstellungseröffnung gekommen waren, und aus ebendiesem Anlass kam dann auch Walter Scheel (Jahrgang 1919) mit seiner Frau Barbara Wiese in die Hansestadt, die ganz und gar in Feierlaune war.
Was also hatte es mit dem "guten alten Freund" auf sich, der Christo und Jeanne-Claude "Mut gemacht hatte, für die Genehmigung zur Verhüllung des Reichstages zu kämpfen", wie es Christo gesagt hatte? …
Walter Scheel: "Es hat viele Jahre gedauert, bevor wir endlich zur Tat geschritten sind. Das war noch vor meiner Zeit als Bundespräsident, es war die Zeit, als ich Bundesminister war. Ich hatte das Pariser Projekt Pont Neuf gesehen. Das hat mich inspiriert, und ich lernte beide kennen. Dann ging es los, aber es war sehr, sehr schwierig. Alle möglichen Argumente waren dabei zu berücksichtigen. Am Ende ist etwas ‘rausgekommen, was phantastisch gewesen ist, und die ganze Welt und vor allem die Deutschen haben gesagt: Das haben wir nie geglaubt." Viele werden sich noch lebhaft an die Verhüllung des Reichstages 1995 erinnern, und gerade viele DDR-Bürger sahen darin auch eine Art Symbol der Einheit: Auf einem einst fremden, unerreichbaren Territorium befand sich jenes verhüllte Bauwerk, das in völlig neuem Glanz erschien. Diese Art der Gedankenführung kann auch Bundespräsident a. D. Walter Scheel nachvollziehen. "Ich glaube, dass man die Vorstellung der Menschen individualisieren muss. Jeder hat eine besondere Vorstellung von der Verhüllung des Reichstages gehabt. Aber alle Vorstellungen waren positiv. Die silberne Farbe, die Umänderung dieses gigantischen Gebäudes in etwas, was wirklich ein Kunstwerk wurde", sagte er in unserem Gespräch. …
"Ich kannte Jeanne-Claude und Christo noch aus der Pariser Zeit", berichtete die Frau des früheren Bundespräsidenten, Barbara Wiese, denn sie lebte zu der Zeit in Paris. Barbara Wiese: "Mich hat von Anfang an ihr überdurchschnittliches, einmaliges künstlerisches Talent überzeugt. Das hat man nirgendwo gesehen in Europa. Und der Mut, mit praktisch nichts das Projekt in die Tat umzusetzen – das ist beeindruckend." …
19.7.2006: www.nachrichten.ch
Neues Christo-Projekt "Over the River"
Rostock - Die Verhüllungskünstler Christo und Jeanne-Claude haben noch keine Genehmigung für ihr neues Projekt "Over the River", die Verhüllung des US-Flusses Arkansas.
Die Verhandlungen mit den Behörden über das Projekt im US-Bundesstaat Colorado dauerten an, sagte das Künstlerpaar in Rostock. Dort eröffneten die beiden eine Ausstellung ihrer Arbeiten. Frühestens im Sommer 2010 sollen 950 Stoffbahnen den Fluss auf 11,4 Kilometern Länge verhüllen. Rund 30 Studien dazu werden bis zum 8. Oktober in der Rostocker Kunsthalle gezeigt, außerdem rund 250 Bilder und Objekte zur Verpackung der Pariser Brücke Pont Neuf 1985.
Einige der Ausstellungsstücke aus dem Privatbesitz der Künstler werden erstmals öffentlich gezeigt. Die Dokumentation zu «Over the River» soll laut Christo und Jeanne-Claude beschreiben, wie sich das Projekt seit Beginn der Planungen entwickelt hat. Das Paar habe 89 Flüsse in die engere Wahl gezogen, bis es sich für den Arkansas River entschied. Die neuesten Zeichnungen von Christo zeigen bereits detailliert, wie der mit silbernen Stoffbahnen überspannte Fluss aussehen soll. Der Stoff soll von unten durchsichtig sein, so dass Betrachter vom Wasser aus den Himmel durchscheinen sehen können. Von oben soll dagegen das Licht reflektiert werden.

Anschrift
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D-18069 Rostock
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Öffnungszeiten
Di. - So. 11 - 18 Uhr
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Eintrittspreise
Eintritt frei (außer Sonderaustellungen)
Öffentliche Führungen
jeden Donnerstag 16.00 Uhr
im Eintrittspreis inklusive
Geschlossene Führungen
nach Voranmeldung (max. 25 Personen)
Entgelt: 30,00 EUR
Veranstaltungen für Kinder
(museumspädagogische Angebote)
nach Voranmeldung
Mo. 13-14 Uhr, Do. 15-16 Uhr
Tel. 0381 381-7002
Ermäßigungsberechtigungen
siehe Entgeltordnung der Städtischen Museen der Hansestadt Rostock
Details (PDF/72kB)
