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Nil Auslaender Selbstdritt (Selbstportrait), Die Ahnen, ©Nil Auslaender

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Nil Auslaender

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Glückliche Tage und andere / DIE AHNEN

Das treibende Element für diese Ausstellung und das begleitende Buch sind die darin enthaltenen Portraits unserer Vorfahren und deren Geschichten sowie eine unterordnende Kraft: die Autorität des Vorhandenen. Wir sind noch am Leben, also vorhanden, nicht so unsere Vorfahren. Aber ohne sie könnten wir das hier nicht aufschreiben, also sind sie auch unsere Autoritäten!
Wir haben uns persönlich mit jedem von ihnen auseinandergesetzt, teilweise im Sinne des Wortes; es gab Streit über historische Zusammenhänge als auch persönliche Animositäten, die unseren Vorstellungen entgegenstanden. Dort haben wir oft bewusst und ohne schlechtes Gewissen die Dinge zu unseren Zwecken verändert, uns aber trotzdem immer der Autorität des Vorhandenen gebeugt. Das ist kein Widerspruch! Keiner unserer Vorfahren wäre auf die Idee gekommen, solch ein Projekt wie dieses hier zu beginnen, wir als letzter dieser Ahnenreihe haben es in Angriff genommen; sie können also froh sein, dass man sie nicht endgültig vergessen hat, und nun liegt damit die Autorität auch bei uns!
Durch unsere Arbeit sind unsere Vorfahren wieder zu neuer Farbigkeit erwacht, was für uns wiederum ein Quell der Freude und Faszination ist. Die schließlich oberste Autorität für uns ist aber die Triolektik. Sie ist in Vielem dieser Welt vorhanden: aller guten Dinge sind drei, Löffel-Messer-Gabel, die heilige Dreifaltigkeit oder die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Der Stammbaum der Familie Auslaender gliedert sich in drei Linien: die jüdisch/russische, die irische und die japanische. Er ist also triolektisch!
Diese drei Linien sind in dem nebenstehenden Selbstportrait vereint. Die spiegelverkehrte Drei ist reiner Zufall, die blaue Farbe fühlte sich beim Malen des Bildes wieder mal vernachlässigt, wir hatten Mitleid! Solange die Farben uns nicht auf der Nase herumtanzen, können wir auch Gefühle zeigen und die der anderen berücksichtigen. Rot, Gelb und Blau sind für uns in ihrem triolektischen Glanz natürlich vorhandene Autoritäten, gleichberechtigte Partner, wie auch Pinsel oder Bleistifte. Und nun? Könnten diese wunderbaren Partner sich dazu entschließen, Gemälde herzustellen, ganz zu schweigen davon, sie dann als Kunst zu benennen? Nein! Sie brauchen einen Anführer und der heißt in unserem Falle Nilokrokodilo. So arbeiten wir zusammen und wir sind ihre unbedingt vorhandene Autorität. Auf dem Portrait sind also die Autorität Nil und drei Krokodile abgebildet in Solidarität zur Farbe Blau.
Das ganze erklärt sich nochmals im historischen Zusammenhang: 1755 wurde von unserem geschätzten Ahnen und Portugiesen Hercule N´Alanga in seinem Buch „Zu den Quellen des Nil“ zum ersten Mal der Begriff ARTE PATA benutzt, und zwar im dritten Band, der sich ausschließlich mit dem roten Nil beschäftigt. Er behauptete, dass alle Dinge der Welt eine eigene Sprache haben und all diese Sprachen können durch die Pataphysik verstanden werden. Arte Pata ist dann die Kunst, diese Sprache für den in der Metaphysik oder gar Physik verhafteten Menschen zu übersetzen: egal ob die Sprache des Windes, der Farbe Zinnoberrot, der schönen Frauen, der Grabräuberei oder z.B. der magnetischen Hämmer. Genau wie N´Alanga bei seinen Forschungsreisen auf die Sprache des Nil hörte und dabei feststellte, dass er drei Quellflüsse hat, nämlich den gelben, wohl richtig den blauen, aber vor allem den roten Nil – nicht wie bis heute irrtümlich angenommen wird, nur den blauen oder gar den weißen Nil.

Eröffnung:
17.08.2017, 18.00 Uhr

Eintrittspreis:
frei

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